„Ernsthaft…???“

fragen wir uns seit gestern. Es geht mal wieder um unsere Neverending-Story Stiefkindadoption. Im Februar war unser Gerichtstermin, seitdem ist Nummer 12 offiziell auch M.s Kind. Eine Geburtsurkunde, auf der ihre* beiden Eltern aufgeführt sind, hat sie* allerdings bis heute nicht und wird sie auch in absehbarer Zeit nicht haben. Warum das?

Nun, wir haben beantragt, dass Nummer 12 von M. als K.s Lebenspartnerin adoptiert wird und so steht das auch im Gerichtsbeschluss. Mittlerweile führen wir aber keine Lebenspartnerschaft, sondern eine Ehe. Das Standesamt sieht sich nun nicht in der Lage, M. ins Geburtenregister einzutragen, weil unsere Lebenspartnerschaft nicht mehr existiert und deshalb dort nicht referenziert werden kann. An dieser Stelle auf unsere Ehe verweisen geht auch nicht, da diese nicht im Gerichtsbeschluss genannt ist. Eine Eintragung mit Referenz auf die Ehe käme laut der Person vom Standesamt einer eigenmächtigen Änderung des Gerichtsbeschlusses gleich, was nicht erlaubt ist, und eine Eintragung mit Referenz auf eine nicht mehr existente Lebenspartnerschaft ist nicht möglich. Zur Zeit weiß niemand, wie so ein Fall zu handhaben ist. Laut Person vom Standesamt wurde das in irgendeinem Ausschuss auf Bundesebene schon diskutiert, aber angeblich schon vor einem Monat und bislang gibt es keine Information, wie denn nun der Wortlaut im Geburtenregister sein soll. Unserer Meinung nach muss es wohl ähnlich wie auf unserer Eheurkunde einen Verweis auf die vorherige Lebenspartnerschaft geben, aber ohne Vorgabe von Bundesebene, wie der genaue Wortlaut sein soll, wird es keine Eintragung von M. ins Geburtenregister und damit keine Geburtsurkunde für Nummer 12 mit ihren beiden Eltern geben…

Es geschehen noch Zeichen und Wunder…

denn wir haben einen Gerichtstermin für die Stiefkindadoption! 🎉

In gut zwei Wochen hat unser Wunder hoffentlich ganz offiziell zwei Mamas!

Fast ein ganzes Jahr (seit der Antragstellung acht Wochen nach der Geburt) hat das Prozedere dann gedauert, nachdem uns zu Beginn gesagt wurde, dass es üblicherweise ein halbes Jahr dauert, aber auch mal schneller gehen kann… Leider sind wir dann auf der Prioritätenliste des Jugendamts immer weiter nach unten gerutscht, „weil es dem Kind ja gut geht bei uns“, sodass es sich dann doch „etwas“ länger hinzog. Ohne unsere gelegentlichen Nachfragen beim Jugendamt hätte es wohl auch noch länger gedauert glauben wir. Bei diesen Telefonaten hat sich die (sehr nette) Mitarbeiterin* jeweils sehr ausführlich entschuldigt usw. und uns versichert, dass die rechtliche Absicherung trotz laufenden Verfahrens schon gegeben ist. Trotzdem war es für uns aus emotionalen Gründen eine schwer zu ertragende Wartezeit. Und finanziell brachte es auch Nachteile mit sich, was Krankenkasse und Familienzuschlag angeht. Jetzt hat das Ganze hoffentlich ein Ende…

Aktueller Stand der Stiefkindadoption

Unser Adoptionsverfahren ist leider bisher noch nicht abgeschlossen. Ich versuche hier mal den aktuellen Stand zu skizzieren, möglichst ohne mich über das Verfahren an sich bzw. die gesetzliche Notwendigkeit, das Ganze „zum Wohle des Kindes“ durchführen zu müssen, aufzuregen…  Weiterlesen

Erster Termin beim Notar

Gestern waren wir zur Vorbesprechung für den Adoptionsantrag beim Notar bzw. bei einer dort Angestellten. Es hat sich ausgezahlt, die Dame vom Jugendamt zu fragen, welchen Notar sie empfehlen kann, denn dieses Notariat hatte offensichtlich schon Erfahrung mit Stiefkindadoptionen von gleichgeschlechtlichen Eltern. Wir mussten einfach nur unsere Lebenspartnerschaftsurkunde und die Geburtsurkunde unseres Kindes vorzeigen und unsere Adresse angeben. Damit wird jetzt deren Vorlageantrag an uns angepasst und uns per Mail zugeschickt. Wenn alles in Ordnung ist, können wir zur Beurkundung kommen. Dafür war schon ein Termin Mitte März vereinbart, aber da wir der Angestellten offenbar sympathisch waren, hat sie nochmal nachgeschaut und uns stattdessen  einen Termin am 2. März angeboten. Der Antrag darf frühestens acht Wochen nach der Geburt gestellt werden, das wäre in unserem Fall ab dem 1. März. Das heißt wir haben jetzt nahezu den frühestmöglichen Termin zur Antragstellung, was hoffentlich dann auch zu einer frühestmöglichen Genehmigung führt. Wir werden jedenfalls alles, was das Jugendamt für seine Stellungnahme braucht, soweit wie möglich vorbereiten, damit wir nachdem die ganzen Sachen angefordert werden auch damit keine Zeit verlieren. Mal abwarten, wie lange der Prozess dann insgesamt dauert und wann unser Kind die rechtliche Absicherung bekommt, die es leider nicht von Geburt an haben darf.