Jugendamtsbesuch

Jaaaaa… tatsächlich! Das Jugendamt war nun endlich zum Hausbesuch da. 🙂 

Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis wir einen Termin mit der netten Dame* bekommen haben. Sie hat sich vielmals entschuldigt und erklärt, dass wir zwar schon lange „oben“ auf dem Stapel liegen, dass Fremdvermittlungen von Kindern aber immer Vorrang haben und binnen einer Woche – zum Besten des Kindes – durchgezogen werden. Das ist gut für diese Kinder, und schlecht für unseres, liegt aber schlicht an der Personalsituation in der Adoptionsstelle des Jugendamtes, welches ein Einzugsgebiet von über 350.000 Einwohner*innen hat.

Wir bekamen den Termin, als wir noch einmal angerufen und nach dem aktuellen Stand der Dinge gefragt haben. Daraufhin ist hier die Putz- und Aufräumpanik ausgebrochen, weil wir ja nicht wussten, wonach die Dame* schauen und worauf sie* achten würde. Sie hat sich dann zwei Stunden mit uns an den Esstisch gesetzt, erzählt und Nr. 12 beim Spielen zugeschaut. Wichtig war ihr, herauszufinden, wie lange die Kindergarten freie Zeit für Nr. 12 sein wird und dass auch M. Elternzeit hatte. Außerdem beharrte sie darauf, dass Nr. 12 ganz sicher ihren Spender kennenlernen möchte in der Zukunft, weil das bei allen Adoptivkindern so sei, die sie in ihrem Leben betreut hat. Wir konnten ihr leider nicht verständlich machen, dass es einen Unterschied zwischen „weggegeben“ und „gewollt“ geben könnte. Nun gut, wir konnten ihr zumindest glaubhaft versichern, dass wir selbstverständlich Nr. 12 dabei unterstützen und ihr* alle erdenkliche Hilfe besorgen, mit der Situation umzugehen, sollte sie* tatsächlich ihren Spender kennenlernen wollen (was in unserem Fall ausgeschlossen ist, da in Spanien alle Spenden anonym sind).

Total beeindruckend war Nr. 12s Kooperation und Charmeoffensive. Sie* hat wohl gemerkt, dass uns der Termin sehr nervös macht und dass es irgendwie wichtig ist. Jedenfalls hat sie* von Anfang an die Dame* angeblinzelt und mit ihrem* ultra süßen Lächeln verzaubert. Sie* hat ihr auch gezeigt, dass sie sich „traut“ in Anwesenheit fremder Personen von uns wegzukrabbeln und kurz woanders zu spielen. Außerdem hat sie in Frustsituationen nur schnell an der Brust angedockt und sich sichtlich zusammengerissen, statt auch nur ein einziges Mal zu weinen. Das war echt hammer hart zu beobachten. Wirklich Wahnsinn, wie feinfühlig sie* als kleines 9 1/2 monatiges Kind mit so einer (für uns) Stresssituation umgeht. Sie* ist sogar zu der Dame gekrabbelt und hat sich an ihrem Bein hingestellt und mit ihr Grinsespielchen gemacht. Sonst sind ihr* fremde Personen von weitem lieber als von Nahem. Den Rest des Tages und den Tag danach haben wir dann ganz ruhig zu Hause verbracht, sodass Nr. 12 sich von der Anstrengung erholen konnte.

Jetzt sind wir erleichtert, dass wir einen entscheidenden Schritt weiter sind und nur noch auf den Gerichtstermin warten müssen. Vielleicht wird Nr. 12 ja dieses Jahr noch unser beider Kind?! Wünschen würden wir es uns, da die Wartesituation wirklich belastend ist.

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3 Gedanken zu “Jugendamtsbesuch

  1. Das klingt gut! Eure Maus scheint ja eine ganz sensible kleine Person zu sein, wirklich klasse! Ich halte die Daumen gedrückt, dass es nun schnell geht und ihr dieses Jahr als offizielle Familie beenden könnt. ❤️

    Übrigens musste ich euch für den Liebster Award nominieren, weil ich eure Beiträge so gerne lese. 😊 Ich hoffe, ihr nehmt die Nominierung an! https://mamawerdenblog.wordpress.com/2017/10/26/liebster-award-2017/ Hier könnt ihr die Fragen an euch sehen (ganz unten im Beitrag). Würde mich sehr freuen!!

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    • Danke für die Nominierung (und die damit verbundenen Komplimente 😊), wir fühlen uns geehrt! Wir versuchen die Fragen sobald wie möglich zu beantworten.
      Nur ob wir es auch schaffen, uns Fragen für jemand anderen zu überlegen darf aus Erfahrung bezweifelt werden 🙈😁

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  2. Schön, dass es endlich geklappt hat! Wobei ich es etwas anmaßend finde, dass sie als außenstehende Person beurteilen will, ob Nr. 12 mal nach dem Spender suchen wird oder nicht?! Dass sie prinzipiell nach der Entstehung fragt, ist natürlich in Ordnung – sie sollte aber eher neutral bleiben, denke ich.
    Wir hatten damals das Glück, dass unser Mitarbeiter vom Jugendamt wohl eine schwere Woche hinter sich hatte und einfach nur froh war, eine „ganz normale Familie“ anzutreffen. Das hat uns wohl viele Fragen und Kommentare erspart 😉

    Wir drücken euch ganz fest die Daumen, dass es in diesem Jahr noch klappt! Das ist eine riesige Erleichterung, wenn die Adoption endlich durch ist, finde ich und wünsche euch, dass ihr euch mit Nr. 12 auch bald so sicher fühlen könnt ♥

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