Beikost

Essen mit Nr. 12 ist lustig und einfach total schön, weil sie* mit so viel Begeisterung alle Lebensmittel entdeckt. Angefangen hat das ungefähr als sie* vier Monate alt war. Da wollte sie* morgens den Frühstücksquark untersuchen. Sie* hat genüsslich darin herumgematscht und sich, den Tisch und uns damit eingeschmiert. Mit Nahrungsaufnahme hatte das allerdings noch ziemlich wenig zu tun. Sie* fing zwar auch bald damit an, Essen in den Mund zu stecken und zu „kauen“, aber eher aus Neugier statt zum Essen. 

Dass tatsächlich auch irgendwann etwas geschluckt wurde, stellten wir fest, als wir eines Morgens Tomatenhaut im Topf sahen 😀 

Prinzipiell lassen wir sie* alles probieren, was wenig Salz enthält und zuckerfrei ist, keinen Honig und kein Chili enthält. Nüsse geben wir ihr* nicht, weil sie die Luftröhre verschließen könnten, und alle anderen kleinen runden Sachen schneiden wir einfach in der Mitte durch. Heidelbeeren verdrückt sie* so zum Beispiel manchmal in rauen Mengen. Das ergibt dann einen sehr lustigen blauen Stuhlgang *hihihi*. Trotzdem stillt sie* ihren Hunger nach wie vor an der Brust und andere Nahrungsmittel sind eher interessante Erkundungsobjekte. 

Trinken müsste sie* eigentlich auch noch nichts neben der Muttermilch, aber da sie* schon immer fasziniert davon ist, wenn wir etwas trinken, haben wir vom schwedischen Einrichtungshaus kleine Schnapsgläser besorgt und füllen dort gelegentlich einen Schluck Wasser für sie* hinein, den sie* dann alleine trinken will. Das klappt echt gut – sofern sie* etwas trinken möchte. Denn wenn sie* nichts trinken möchte, kippt sie* das Glas einfach aus und spielt damit 😉 Auch Teller, Löffel, Schüsseln usw. werden nur zum Spielen benutzt und noch nicht als Essensutensilien wahrgenommen. Deshalb legen wir jetzt immer das Essen direkt auf den Tisch bzw. das Tablett des Hochstuhls. Auch wenn viele sagen, dass Babys erst im Hochstuhl sitzen sollten, wenn sie sich selbst hinsetzen können und wir das ursprünglich auch so handhaben wollten, setzen wir sie mittlerweile oft hinein. Mit ihr* auf dem Schoß war es für uns einfach nicht mehr möglich, selbst etwas zu essen. Und woanders will sie* während wir essen natürlich auch nicht sein. 

Angenehmerweise ist der Streuradius von Essensresten in den letzten Wochen auch kleiner geworden, was gut für uns ist beim Aufräumen hinterher. (Der wird aber sicher noch mal größer, wenn sie werfen oder runterfallen lassen übt…)

Es ist für sie* offensichtlich eine sinnliche Erkundungstour, alle möglichen Lebensmittel zu befühlen und zu schmecken. Wir machen auch manchmal dabei mit und essen mit den Fingern. Es ist wirklich interessant, wie sich das alles so anfühlt und gar nicht unangenehm, sondern echt schön und lässt uns Essen ganz neu und viel intensiver erleben. Wenn nur das Waschen (bzw. Baden / Duschen) hinterher nicht wäre… 😉

Wir können Baby-gesteuertes-Abstillen bzw. -Beikost-einführen (sehr sperriger Begriff…) jedenfalls nur empfehlen. Es ist so schön den Entdeckergeist und die Freude unseres Kindes zu beobachten und selbst auch Essen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Außerdem finden wir es schön, dass sie selbst entscheiden kann, was und wie viel sie* isst/untersucht und wir sie* nicht füttern. 

Selbstverständlich lassen wir sie* nicht bei jeder einzelnen Mahlzeit von uns auch etwas essen, da Babymüdigkeit oder unser Waschunwillen oft dazwischen stehen. Mittlerweile haben wir aber genügend Lebensmittel entdeckt, die weniger waschintensiv sind, die wir anbieten, wenn sie* mitessen möchte, wir aber nicht putzen wollen. Am besten eignen sich was das angeht für uns (ungekochte) Möhren, die gerne belutscht und mit den unteren Zähnchen abgenagt werden. Damit müssen wir aber wahrscheinlich aufhören, wenn auch im Oberkiefer die ersten Zähne durch sind, da sie* dann richtige Stücke abbeißen könnte und wir uns Sorgen machen, dass sie* daran ersticken könnte. 

Eins der lustigsten Erlebnisse bisher was Essen angeht war, als sie* unbekleidet (weil heiße Temperaturen) Haferflocken probiert hat. Da war hinterher das ganze Kind paniert 😉

Wie handhabt ihr das mit dem Essen? Und wo liegt eure Schmerzgrenze, was das Erkunden von Lebensmitteln angeht?

 

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2 Gedanken zu “Beikost

  1. Wir haben unserer Tochter mit 5 Monaten das erste Mal ein Stück Brot in die Hand gegeben. Insgesamt hat sie im Vergleich zu anderen Kindern in ihrem Alter glaube ich recht wenig Brei bzw. pürierte Sachen gegessen (sie mag das tendenziell wohl auch nicht so sehr). Inzwischen ist sie 1 Jahr alt. Allerdings versuchen wir schon je nach Nahrung hin immer mal wieder sie vom Löffel oder der Gabel zu füttern. Sie isst also nicht alles mit den Fingern (zumindest ist es nicht so gedacht, oft genug werden solche Bissen, sie mit einer Gabel in ihrem Mund landeten dann ausgespuckt, untersucht und dann wieder in den Mund gesteckt).
    Zur Zeit liebt sie es, allerlei Beeren und Gurkenstücke sowie Weintrauben zu essen. Auch Nudeln isst sie gerne mit der Hand, ob nun normale Nudeln oder Tortellini. Aktuell steht sie total auf Fruchtquarks (die füttern wir aber vom Löffel).
    Seit wir mit ihr im Alter von 8 Monaten im Kinderkrankenhaus waren und sie da auch das ganz normale Essen bekam, haben wir aufgehört salzarm zu kochen und sie bekommt alles so, wie wir es essen. Am besten funktioniert das Essen eh, wenn wir gleichzeitig dasselbe essen wie sie.
    Wir ziehen ihr zum Essen immer so ein abwaschbares Kittelchen mit Ärmeln an und nach dem Essen kriechen wir auf allen Vieren unter dem Hochstuhl rum und sammeln die Überreste vom Boden auf. Das, was wir nicht aufsammeln isst unsere Tochter dann irgendwann später am Tag 😉 .
    Ich fand und finde es auch immernoch toll, sie dabei zu beobachten, wie sie Lebensmittel mit allen Sinnen erkundet. Ich würde es auch immer wieder so machen. Ich habe mich nie an einen Breifahrplan oder sowas gehalten. Nüsse hat sie bisher noch nicht von uns bekommen, ansonsten sind wir aber sehr entspannt, was es das Verschlucken angeht und die Erfahrung hat uns da auch recht gegeben. Die Kleinen haben ihren Würgereiz viel weiter vorne im Mund als wir und unsere Tochter hat sich auch wenn sie gewürgt hat nie ernsthaft an etwas verschluckt, so dass wir hätten eingreifen müssen. Inzwischen hat sie schon ewig nicht mehr gewürgt, am Anfang war das aber häufiger.

    Ich habe sie auch schon in den Hochstuhl gesetzt, obwohl sie nicht alleine sitzen konnte. Ich hatte ein schlechtes Gewissen dabei und habe darauf geachtet, dass sie da nicht länger sitzt als nötig. Aber gerade beim BLW, wo sie sich ja eigentlich auch selbst was vom Tisch nehmen sollen waren Wippe und co keine wirkliche Alternative. Selbständig gesessen hat sie glaube ich erst mit 9 Monaten.

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