Stillen

Motiviert vom positiven Feedback auf die Ankündigung, wieder öfter Bloggen zu wollen, fange ich jetzt mal an mit dem Thema Nahrungsaufnahme. 

Wir sind sehr froh, dass wir vor der Geburt so eine tolle Stillberatung hatten, die uns zum Beispiel die Sicherheit gegeben hat, nicht schon im Krankenhaus am ersten Lebenstag zuzufüttern. Die meinten dort tatsächlich, weil unser Baby kurz geweint hat, während wir Ungeübten versucht haben, es anzuziehen, dass es nicht genug zu essen bekommt! Das sollten die doch auf einer Entbindungsstation eigentlich besser wissen… Wir wussten dank der Beratung, dass es am wichtigsten ist, das Baby am Anfang so oft wie möglich anzulegen und möglichst viel Hautkontakt zu geben, was wir auch getan haben. Mit Hilfe unserer Hebamme hat das Anlegen zum Stillen dann auch immer besser geklappt und sich gut eingespielt. Gegen die am Anfang wunden Brustwarzen half Lanolin-Salbe sehr gut.

Schwierig war, dass sich nach ein paar Wochen sehr schmerzhafte Bläschen auf einer Brustwarze gebildet haben. Das kam wohl dadurch, dass sich Milch irgendwie verklumpt und die Ausgänge verstopft hat. Die Hebamme konnte trotz großer Bemühungen leider auch nicht helfen, konnte aber mitfühlen, da sie selbst früher das gleiche Problem hatte. Insgesamt kommt es wohl sehr selten vor, aber wenn es einen träfe, komme es immer wieder, sagte sie dazu. In der Zeit war ich kurz davor, zumindest mit der einen Brust abzustillen. Im Internet bin ich dann auf den Tipp gestoßen, Lecithin einzunehmen, was ich dann als „letzten Versuch“, aber eigentlich ohne große Zuversicht, auch getan habe. Das Lecithin soll die Zusammensetzung der Milch dahingehend ändern, dass sie nicht mehr die Gänge verstopft. Seit Beginn der Einnahme (vier Monate oder so mittlerweile) habe ich tatsächlich keine Probleme mehr damit. Ob es vom Lecithin kommt oder einfach so nicht mehr vorgekommen ist weiß ich nicht, aber ich werde definitiv nicht versuchen die Tabletten abzusetzen um es zu testen… 😉

Eine  zweite „Unbequemlichkeit“ am Anfang (ca. die ersten 12 Wochen) war, dass das Stillen im Liegen nicht funktioniert hat und ich deswegen nachts richtig aufwachen und mich im Bett hinsetzen musste. Es ist daran gescheitert, dass ich nur eine Hand zur Verfügung hatte (die obere, weil die untere beim Liegen auf der Seite nicht dran kommt) um meine Brust und den Kopf des Babys halten zu können zum Andocken. Mit 11 oder 12 Wochen musste ich dann den Kopf nicht mehr führen, das konnte sie von einem auf den anderen Tag alleine. Sehr erleichternd war das!

Seitdem ist das Stillen toll. Nachts trinkt sie immer mal wieder, aber das bekomme ich oft gar nicht richtig mit. Ab und zu wechseln wir die Seite, meistens wenn ich das Gefühl habe, die gerade nicht „genutzte“ Brust wird zu voll… Manchmal vergewissert sie sich auch zwischendurch mal, dass die Brust noch da ist, indem sie sich kurz andockt und schläft dann weiter. Keine Ahnung, wie oft sie im Moment tatsächlich nachts wegen Hunger aufwachen würde. Eine Zeit lang habe ich das Stillen per Handy getrackt, aber schon vor längerem wieder aufgegeben, weil es mir zu anstrengend war und es mir eigentlich auch egal ist. Sie bekommt auf jeden Fall genug, da müssen wir uns zum Glück bisher überhaupt keine Sorgen machen. Bei der U5 wog sie schon 8kg, da war sie noch nichtmal ganz sechs Monate alt. Tagsüber gibt es bei uns auch gar keine richtigen Still“mahlzeiten“, sondern wir stillen relativ oft, dafür eher kurz (fünf Minuten oder so, in allen möglichen Positionen ;-P). Einen wirklichen Rhythmus gibt es auch nicht. Manchmal trinkt sie vier Stunden nichts, manchmal schon nach einer Stunde wieder. Und wenn es extrem heiß ist auch mal noch häufiger. Interessanterweise passt sich die Milch ja sogar an bei Hitze und enthält mehr Wasser, sodass die Menge an Nährstoffen auch dann passt.

Vorher hatte ich mir da eine größere Regelmäßigkeit vorgestellt, es hat sich aber so ergeben und passt gut für uns. Ich genieße das mit dem Stillen verbundene Kuscheln sehr, da unsere Kleine sonst oft viel zu beschäftigt ist um mit uns zu kuscheln. Sie entdeckt dann immer etwas, das unbedingt sofort untersucht werden muss…

Wenn ich mal nicht da sein kann (im Moment zwar schwierig, aber es kommt vor) haben wir vor kurzem damit angefangen, dass ich vorher ein paar Milliliter in ein Fläschchen abpumpe, damit M. eine Notfallration hat. Lustigerweise kann unser Kind aber gar nicht richtig daraus trinken, sondern kaut auf dem Sauger rum und wundert sich dann, dass da gelegentlich was raus kommt, was wie Milch schmeckt 😉 Aber beruhigen tut es sie trotzdem. 

Ich kann mir gar nicht vorstellen, ständig Fläschchen mit Pulver zuzubereiten und den ganzen damit verbundenen Kram immer überall hin mitzunehmen. Stillen geht immer, überall und vollkommen ohne Hilfsmittel, einfach praktisch! Dank der Stillberatung wissen wir auch, dass sich das Angebot immer der Nachfrage anpasst und wir mit Stillen nach Bedarf eigentlich weder Über- noch Unterfüttern können. Das ist sehr beruhigend. Zum Glück hatten wir vor und nach der Geburt so eine kompetente Beratung. 

Im Moment stillen wir trotz Beikost (das Thema sollte eigentlich hier auch noch mit rein, wird mir aber zu viel jetzt, also demnächst mal ein Beikostartikel) noch nahezu voll. Ich bin gespannt, wie lange das noch so bleibt und auch, wie lange wir insgesamt noch stillen. Im Moment gibt es für uns keinen Grund, eine Veränderung zu forcieren, also warten wir ab, wann Nr. 12 entscheidet, dass andere Sachen auch gut sättigen können. 

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7 Gedanken zu “Stillen

  1. Interessant mit dem Lecithin – irgendwie macht es Sinn, weil es ja ein Emulgator ist. Aber dass es, wenn man das als Tablette schluckt, dann auch dort ankommt + wirkt wo notwendig, ist schon bemerkenswert 😀
    Schön von euch zu lesen!

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  2. Ich finde es so schön zu lesen, dass ihr auch entspannt ans Thema Beikost geht! Dass es nicht darum geht, möglichst schnell möglichst viel stillen zu ersetzen. 🙂

    Diese Blasen klingen richtig blöd! Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du es nicht wagst, die Tabletten abzusetzen. 😄 Ich hatte bisher drei Mal eine Blase auf der Brustwarze, aber bei mir kam es, denke ich, wie die klassische Blase zum Beispiel am Fuße, durch Reibung… wenn der kleine Giftzwerg sich nämlich einen Spaß daraus gemacht hat, die Brustwarze während des Saugens immer und immer wieder mit Ruck aus seinem Mund zu reißen! 😩

    Ich wünsche euch noch eine schöne und entspannte Stillzeit, so lange wie ihr es euch wünscht! ❤️

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  3. Das klingt ganz ähnlich wie bei uns 🙂 Schön, dass es so gut klappt. Wir stillen jetzt seit 16 Monaten – vorher hätte ich niemals, wirklich niemals gedacht, dass ich so lange stillen würde. Aber unsere Kleine braucht es noch und trinkt nach wie vor gerne, auch wenn sie tagsüber eigentlich genug isst, um keine Milch mehr zu brauchen. Zum Mittagsschlaf, abends und nachts ist es eben auch Beruhigung und kuscheln. Sonst ist unsere Kleine nämlich auch nicht so kuschelig. Und ich finde es ja immer wieder faszinierend, dass alle Kinder trotz gleicher Ernährung (Muttermilch) sich so unterschiedlich entwickeln. Unsere wiegt jetzt knapp über 9 kg 😉

    Je länger ich stille und je mehr Mütter/Väter ich kennen lerne, desto mehr bin ich übrigens froh darüber, um dieses ganze Flaschending und künstliche Nahrung herumgekommen zu sein. Aus einer Nuckelflasche trinkt unsere bis heute nicht und jetzt macht es auch keinen Sinn mehr 😀

    Alles Gute für euch!

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