Wer ist das Volk und was will es? – Der Islamisierungsschreck

Im Rahmen meiner Serie zu Aussagen von Pegida und AfD möchte ich heute ein Paar Ideen bezüglich dem Schreckgespenst der „Islamisierung des Abendlandes“ loswerden:

Sowohl AfD als auch Pegida sprechen sich gegen die „Islamisierung“ Deutschlands aus. Damit implizieren sie, dass der Islam in Deutschland die Oberhand gewinnt und sich sämtliches Leben in Deutschland an ihn anpasst. Nun stellt sich die Frage, was denn „der Islam“ ist? Ist damit die extreme Variante, die der „Islamische Staat“ zeigt gemeint? Dieser Variante gehört allerdings lediglich eine Minderheit der Muslime weltweit an. Ebenso gehört eine Minderheit der Christen weltweit einer fundamentalistischen Strömung an. Es erscheint also äußerst unwahrscheinlich, dass eine Minderheit aus einer Minderheit das gesamte gesellschaftliche Leben in Deutschland bestimmen wird. Als nächstes wäre zu fragen, ob unter „Islamisierung“ gemeint ist, dass neben der christlichen Religion auch andere Religionen, wie der Islam, in ihrer Religionsausübung geduldet werden (wie es im Grundgesetz steht) und inwiefern das Deutschland „gefährdet“? Muslime werden auch weiterhin eine Minderheit stellen in Deutschland. Aktuell sind 5% der Bevölkerung muslimischen Glaubens, bis 2030 wird eine Steigerung auf 8% geschätzt.

Ist die Angst vor der „Islamisierung“ wirklich eine Angst vor einer speziellen Religion oder doch eher eine Angst vor der Auseinandersetzung mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis, die zu uns zuwandern und für deren Integration auch „Alteingesessene“ den Schritt gehen müssen, ihre eigenen Traditionen und Rechtsbräuche zu erklären und vermitteln? Fällt es schwer die eigenen Werte und Normen klar zu definieren und zu vertreten? Es ist zu einfach, alle Menschen, die der Gruppe „Muslime“ zuzuordnen sind über einen Kamm zu scheren und in die Menschenfeinde-Ecke zu stellen. Vielmehr muss die Ecke der Menschenfreunde für alle, ob neu oder alteingesessen, klar definiert und verteidigt werden. Dazu gehört es auch, die Religionsfreiheit aller zu schützen.

Um konkret zu werden: was könnten wir einem neuen Menschen in Deutschland sagen, damit sie* weiß, was uns wichtig ist? Hier wäre, was ich als erstes sage: Frauen und Männer sind gleich viel wert und bestimmen frei über ihr Leben. Jede* gehört sich selbst und sonst niemandem. Jede* darf frei wählen mit wem sie* eine Beziehung eingehen möchte und mit wem nicht und alle sexuellen Orientierungen sind gleichwertig. Außerdem darf jede* frei wählen, ob und welche Religion sie* ausüben möchte und darf ihre* Meinung frei äußern, solange sie* damit niemand anderem die Menschenwürde oder das Recht zu leben abspricht.

Und wie können wir jedem Menschen in Deutschland ein angstfreies Ausleben seiner Religion ermöglichen? Ich würde sagen, dass Aufklärung über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der großen Religionen hier weiterhelfen kann. Denn je mehr ich über eine* Fremde* weiß, desto weniger fremd ist sie* mir. Aufklärung kann im Rahmen von Schule geschehen, kann in Antidiskriminierungsworkshops in Firmen geschehen, kann bei Großveranstaltungen wie Konzerten oder Sportveranstaltungen eingeflochten werden. Das kostet Geld? Sicher! Aber mir ist es das allemal wert, da ich mich in einer Umgebung mit mehr Verständnis und weniger Hass füreinander sicherer fühle!

Bisher: Wer ist das Volk und was will es?

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