Arztwechsel und weiteres

Die Standardtests zur Ursache der Probleme bei dem mit DNA unseres Samenspenders entstandenen ungeborenen Kind ergaben keine Ergebnisse. Daraufhin wurden weitere genetische Tests mit der DNA des Spenders gestartet, deren Ergebnisse frühestens in einigen Monaten zu erwarten sind. Vor ca. drei Wochen haben wir nun beschlossen, unseren Arzt von der Klinik in Barcelona zu fragen, wie er das Risiko einschätzt, einen Transfer durchzuführen ohne auf die Ergebnisse dieser (und eventueller folgender) Tests zu warten. Seine letzte Nachricht hatten wir so verstanden, dass unsere Embryos, wenn das betroffene Paar sich gegen weitere Tests entschieden hätte, wohl zum Transfer freigegeben würden.

Auf diese Email bekamen wir keine Antwort, was uns gewundert hat. Eine Woche später kam eine Email von einer anderen Ärztin des Instituts, dass unser Arzt leider das Institut verlassen hat und dass sie jetzt unsere behandelnde Ärztin ist. Das hat uns erstmal ziemlich geschockt, weil der Arzt unsere (mehr oder weniger einzige) absolute Vertrauensperson in der Klinik war. Auf unsere in der Email an den Arzt gestellten Fragen ging sie allerdings überhaupt nicht ein, was uns letztendlich zu dem Schluss kommen ließ, dass sie diese wahrscheinlich nicht gelesen hat, da sie an die persönliche Email-Adresse des Arztes ging und nicht an die offizielle Kommunikationsadresse der ganzen Klinik. Daraufhin haben wir der Ärztin eine lange und auch etwas emotionale Email über unsere Situation geschrieben und weitere Informationen sowie ihre Einschätzung zu einem möglichen Transfer erbeten. Kurz darauf kam eine sehr nette und verständnisvolle Email zurück, leider zwar ohne viele Informationen, aber sie hat unsere Fragen an die Genetikabteilung weitergeleitet, von der sie sich Antworten auf unsere Fragen erhoffte. Diese Email hat uns ein bisschen das Vertrauen in die Klinik zurückgegeben, das durch den Weggang unseres kompetenten und sympathischen Arztes sowie die bisherige „ausbaufähige“ Kommunikation mit anderen Mitarbeitern des Instituts etwas erschüttert war.
Einige Tage später erhielten wir eine weitere Email von der Ärztin mit Informationen aus der Genetikabteilung. Zusammenfassend haben wir die Situation mehr oder weniger richtig eingeschätzt. Die Genetiker vermuten ein seltenes rezessiv vererbtes Gen bei beiden an der Entstehung des Kindes in dem tragischen Fall beteiligten DNA-Sätzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine von uns dieses Gen auch in sich trägt, ist allerdings extrem gering. Zudem trägt jeder Mensch solche, in unglücklicher Kombination möglicherweise zu Krankheiten führenden, Gene in sich, die aber eben rezessiv vererbt und jeweils für sich so selten sind, dass es in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle gut geht und gesunde Kinder entstehen. Idealerweise würden wir – laut Genetikabteilung – warten, bis es ein definitives Ergebnis gibt, uns dann auf das entsprechende Gen testen lassen und könnten dann, wenn dieses Gen bei uns nicht verhanden ist, die Embryos ohne weitere Einschränkung transferieren. Wenn wir dieses Gen allerdings in uns trügen, wäre eine „Verwendung“ der Embryos nicht ratsam, da diese dann möglicherweise die Krankheit in sich tragen könnten. Sowohl die Ärztin als auch die Leiterin der Genetikabteilung halten das Risiko aber für vertretbar, zumal wie gesagt in jeder DNA solche Gene enthalten sein können, niemand kann also jemals sicher sein, dass eine Kombination zweier DNA-Sätze definitiv ein gesundes Kind hervorbringt.
Jetzt stehen wir also vor der Entscheidung, ob wir bald transferieren sollen oder mindestens noch ein halbes Jahr warten (auf das Ergebnis der aktuellen Tests, eventueller weiterer Tests und anschließender Tests unseres eigenen Erbmaterials). Im Moment tendieren wir zu einem baldigen Transfer, vor allem weil es erstens immer ein Risiko gibt, und zweitens weil die Reaktionen der Ärztin und Genetikerin auf diesen Vorschlag nicht sonderlich ablehnend waren. Dass sie uns nicht so etwas wie „macht es einfach“ sagen dürfen versteht sich ja von selbst, aber die Aussagen klingen im Subtext schon eher danach… Ganz schön schwierig das Ganze.
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