Warten und mal wieder was Neues

Als wir kurz vor dem letzten Zyklusstart immer noch nichts von der Klinik gehört hatten, dachten wir, wir schreiben mal eine Email direkt an unseren Arzt (für alle die nicht (mehr) auf dem Laufenden sind: zu unserer allgemeinen Situation siehe hier und zur „speziellen“ Kommunikationsstruktur unserer Klinik siehe hier).

Wir haben also „verbotenerweise“ direkt an den Arzt geschrieben und haben ihm dargelegt, wie wir uns mit dem Warten und der Unsicherheit fühlen und ob er uns eine neue Einschätzung geben könne, mit welcher Wartezeit wir denn noch ungefähr zu rechnen hätten. Er hat auch gleich am nächsten Tag geantwortet und war sehr verständnisvoll (kein Vergleich zu dem Betreuer vorher…). Die Informationen, die er für uns hatte, waren allerdings erstmal nicht so erfreulich. Die Standardtests, die bei der Autopsie des fehlgebildeten Fötus durchgeführt wurden, sind ergebnislos geblieben. Das bedeutet, das Elternpaar kann jetzt entscheiden, ob weitere genetische Tests durchgeführt werden sollen oder nicht. Wenn sie weitere Tests wollen, müssen wir mit einer weiteren Wartezeit von mehreren Monaten rechnen, mit offenem Ausgang. Wenn sie das nicht wollen, würde die Klinik den Fall „wahrscheinlich“ abschließen und unsere Embryos wieder frei geben.

Unsere Überlegung nach dieser Email war, ob wir sobald wie möglich einen Transferversuch „auf eigenes Risiko“ durchführen wollen. Denn wenn die Klinik die Embryos ja freigeben würde, wenn das Paar sich gegen weitere Tests entscheidet, wüssten wir ja genauso wenig wie jetzt auch. Aber wenn wir dann schwanger würden und sich später irgendwann herausstellen würde, dass doch etwas nicht okay ist mit dem Spender und evtl. etwas mit dem sich dann unterwegs befindenden Kind ist, wäre das ziemlich blöd. Oder mit diesem Kind wäre alles okay, aber mit einem potentiellen nächsten Kind nicht, weil die Genkombination mit der anderen von uns diesen eventuellen Gendefekt nicht ausgleichen würde, dann könnten unsere Kinder nicht vom selben Spender sein oder nur eine von uns wäre biologisch mit ihnen verwandt. Und das sind ja genau die Gründe, wegen derer wir uns für diese Art der Fortpflanzung entschieden haben. Naja, wir haben uns noch nicht endgültig entschieden, sondern wollen erstmal abwarten, ob weitere Tests durchgeführt werden sollen oder nicht.

Was das Warten angeht, haben wir im Moment eine ganz gute Ablenkung: Wir haben ein Haus gefunden, das wir gerne kaufen wollen! 🙂

Mit einem eigenen Haus haben wir schon lange geliebäugelt, aber es irgendwie nicht so richtig für möglich gehalten. Aber jetzt haben wir eines entdeckt, das unseren Wünschen ziemlich genau entspricht und vom Preis her tatsächlich machbar ist. Beim darüber Nachdenken ist uns dann auch aufgefallen, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, jetzt schon eins zu kaufen, weil wir mit zwei Gehältern wohl noch besser einen Kredit zur Finanzierung bekommen als wenn einer von uns mit Kind(ern) zu Hause ist. Es ist natürlich ein Risiko, auch was die Kinderpläne angeht, aber die Kreditraten wären gar nicht so viel höher als unsere aktuelle Miete und sollten wir mehr Geld für die Kinder brauchen (entweder weil Transferversuche nicht erfolgreich wären oder weil wir neue IVFs machen müssen) dann hat das in jedem Fall zur Folge, dass wir noch länger beide volles Gehalt beziehen und deshalb auch mehr Geld dafür zur Seite legen können. Das Haus selbst ist schon etwas älter und innen ziemlich renovierungsbedürftig, aber es hat ein tolles Grundstück mit Garten und wir können uns schon richtig gut vorstellen, wie es später aussehen soll und wie wir dort irgendwann (hoffentlich) mit unseren Kindern wohnen.

Also vielleicht wird aus unserem eigentlichen Mama-Mama-Kind-Blog in nächster Zeit ein Haus- und Renovierungsblog 😉 Trotzdem wollen wir die Kinderpläne unabhängig vom Haus vorantreiben. Das Hausthema ist auf jeden Fall ein schöner und sinnvoller Zeitvertreib bis es weiter gehen kann mit den Kindern.

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Ein Gedanke zu “Warten und mal wieder was Neues

  1. Das klingt nach einer guten Ablenkung! Wir haben Mitte 2012 angefangen, unser Häuschen zu bauen und es hat wirklich viel Aufmerksamkeit, Zeit und Kraft in Anspruch genommen – sicher aber absolut gelohnt. Wenn wir abends nach Hause kommen, sind wir einfach glücklich, dass wir uns damals dafür entschieden haben 🙂 Ich drücke euch die Daumen für den Hauskauf!

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