Unser ganz persönliches Jahresfazit für 2015…

…fällt echt positiv aus. Das allerschönste war die Erkenntnis, dass wir im Sommer schon ein Jahr verpartnert waren und es sich jeden Tag wieder wie ein Fest anfühlt, dass wir die „Frau“ der anderen sind. Es ist einfach so wunderbar, dass wir uns gefunden haben und dass wir nun schon so lange auch für unsere Umwelt als Familie wahrgenommen werden, da wir ja nun den gleichen Nachnamen haben (wie so ein „echtes“ Ehepaar). Wir verlieben uns jeden Tag mehr ineinander und genießen einfach jeden Augenblick, den wir miteinander haben dürfen. Wenn wir uns in die Augen schauen, ist die Welt einfach eine bessere. 🙂

Wir haben uns aber dieses Jahr nicht nur mit verliebt sein beschäftigt, sondern haben uns auch fleißig in Geduld geübt. Zum Beispiel hatte M. Ende Februar einen Leistenbruch, durch den sie lange drei Monate nichts so machen konnte, wie gewohnt – und vor allem nicht richtig Sport. Das war eine schmerzhafte aber lehrreiche Erfahrung. Wir sind beide gestärkt und geduldiger 😉 aus der Situation herausgegangen. Außerdem hat der Leistenbruch dazu geführt, dass wir mit neuem Sport – Freeletics – und einer verbesserten Ernährung begonnen haben, um aus dem Fitnesstal gestärkt herauszukommen. Die Ernährung haben wir mittlerweile seit knapp drei Monaten umgestellt auf weniger Kohlenhydrate, mehr Proteine und Unmengen von Obst und Gemüse. Das Körpergefühl ist echt „gesund“. Wir waren vorher keine Fastfood-Junkies und fühlen uns jetzt trotzdem extrem viel gesünder ernährt. Das tut gut und hebt die Laune.

Eine weitere Geduldsprobe war M.‘s Jobsituation. Denn bis Mitte des Jahres wussten wir nicht, wie und ob es beruflich weiter gehen würde. Wie der Zufall es so wollte, hat sie einen Job „dank“ ihres Lebensstands („in eingetragener Lebenspartnerschaft“) nicht bekommen (den sie wegen offensichtlich homophober Arbeitsatmosphäre auch nicht haben wollte), und dafür einen anderen. Im neuen Job ist die Outing-Situation auch so entspannt wie noch nie, dafür ist der Arbeitsstress enorm hoch. Dadurch, dass bei uns beiden auf der Arbeit Ende des Jahres viel Stress war, konnten wir nicht so viel Zeit miteinander verbringen, wie wir uns das neben der Arbeit her wünschen würden. Wir sind nämlich gerne immer beieinander, und empfinden die normale Arbeitszeit schon als Zumutung hinsichtlich des Sich-Nicht-Sehens, weshalb die stressbedingt verlängerte Arbeitszeit echt schlimm war. Aber wir versuchen dann jede verbleibende Minute miteinander zu genießen.

Genossen haben wir auch unseren Wissenszuwachs letztes Jahr. Wir haben nämlich Anfang des Jahres von einem ganz lieben Paar mit Kind tolle Literaturempfehlungen bekommen, mit deren Hilfe wir uns viel klarer darüber werden konnten, wer wir als (hoffentlich) zukünftige Eltern eigentlich sein wollen. Diese Themen zu diskutieren, auch mit Freunden und auf der Arbeit, macht uns richtig Spaß (wir sind beide sehr verkopft 😉 ) und hat uns 2015 mehrere große Schritte vorwärts gebracht.

Es ist auch ultra erstaunlich, dass wir erst Anfang Januar 2015 den ersten Kontakt zur Klinik in Barcelona aufgenommen haben. Es fühlt sich nämlich schon ewig an, da wir dort sehr viel erlebt haben. Wir haben beide parallel dort einen IVF-Zyklus durchlaufen und hatten super erfolgreiche Ergebnisse und deshalb viele kryokonservierte Embryos. Dabei haben wir auch viel über die Wunder der Biologie gelernt… Es versetzt uns immer wieder in Erstaunen, dass aus zwei Zellen ein Mensch wird. Leider hat unser bisher einziger Transferversuch nicht zu einer Schwangerschaft geführt. Außerdem durften wir bisher auch nicht noch ein zweites Mal probieren, weil der Spender noch immer (seit Oktober) gesperrt ist. Zum Glück hatten wir aber schon Anfang des Jahres mit den Geduldsübungen begonnen ;-P Wir hoffen jedenfalls dass der Spender und damit unsere Embryos wieder freigegeben werden, sodass wir 2016 möglichst bald die nächste Chance auf einen Transfer bekommen und damit eine Chance auf unser Wunschkind. (Und dann ist hoffentlich bald K. von M. schwanger. 🙂 )

Nicht zuletzt haben wir 2015 auch diesen Blog gestartet und dadurch viele andere schöne Blogs („Blögge“ hihihi) gefunden. Außerdem sind wir allen KommentatorInnen sehr dankbar für ihre Unterstützung, die uns in so mancher emotional schwierigen Situation geholfen hat und uns das Gefühl gegeben hat, nicht allein zu sein mit unserem Regenbogenkinderwunsch.

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5 Gedanken zu “Unser ganz persönliches Jahresfazit für 2015…

    • Das waren vor allem:
      Alfie Kohn; Liebe und Eigenständigkeit. Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung; Arbor Verlag 2015.
      und
      Jesper Juul; Dein kompetentes Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie. Rohwolt Taschenbuchverlag 2015.

      Hat sich beides echt gelohnt und können wir wärmsten Herzens weiterempfehlen, solltet ihr die Bücher noch nicht kennen.
      Lasst uns auf jeden Fall wissen, was ihr von ihnen haltet, wenn ihr sie kennen oder lesen solltet! 🙂

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      • Liebe und Eigenständigkeit versuchen wir gerade zu lesen, haha 🙂 während Kindern und Studium mit bevorstehenden Klausuren garnicht mal so leicht. Aber das ist im Prinzip eh das, wonach wir gemeinsam mit den Kindern leben, insofern… 😉

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  1. Das ist ein schöner Jahresrückblick und ich finde mich bzw. uns in vielen Dingen wieder. Sehr lustig 🙂 Ich wünsche euch alles Gute für das neue Jahr und drücke die Daumen, dass eure Wünsche, die ihr in der Silvesternacht sicher hattet, in Erfüllung gehen!

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