Rückblick IVF-Erfahrungen

Mentale Erlebnisse

Eine emotionale Abenteuerreise stellte unser IVF-Zyklus dar. Ständig standen wir unter Strom, weil etwas Neues anstand.

So waren zuerst die Spritzen zu bewältigen und die Angst davor zu überwinden. Anschließend baute sich nach und nach ein gewisser „Erfolgsdruck“ auf, was die Eizellproduktion anging. Schließlich wollten wir die größtmögliche Chance auf genügend überlebensfähige Embryonen. Und diese Chance ist statistisch natürlich höher, je größer die Zahl der entnommenen Eizellen.

Ab dem Zeitpunkt, wo wir den Druck der Follikel im Bauch spüren konnten (man stelle sich einen Bauch voller Murmeln mit je einem Durchmesser von 15-30 mm vor) schlich sich auch die irrationale Angst ein, eines der Follikel könnte frühzeitig „springen“. Rational betrachtet war der Eisprung selbstverständlich medikamentös unterdrückt.

Die nächste Angst bzw. Panik stand dann rund um die Punktion und die damit verbundene Narkose an. Würden wir das überleben? 😉

Nachdem von uns beiden sehr erfolgreich und sehr viele Eizellen befruchtet wurden, bleibt nun die Ungewissheit auszuhalten, wie viele es davon tatsächlich schaffen werden.

Aber dank Embryoscope können wir den Sonntagsembryos sogar bei der Zellteilung zuschauen. Das ist sehr spannend und lenkt ein bisschen vom stumpfsinnigen Warten ab.

 

[Übersichtliche Erklärungen zu den Entwicklungsstadien der Embryonen finden sich beispielsweise hier:

http://fertilitylabinsider.com/2010/11/embryo-stages-progression/

http://www.advancedfertility.com/blastocystimages.htm ]

 

Körperliche Erlebnisse

Wir haben 12 bzw. 13 Tage IVF-Behandlung erlebt. In der ersten Woche hatten wir keinerlei Beschwerden. Das Einzige, was auffällig war, waren die deutlich vermehrten Mückenstiche (trotz Spray und mehr als bei anderen Hostelgästen 😉 ). Unser Arzt wusste aber leider nicht, ob das mit der Hormonbehandlung zusammenhängen könnte. Wahrscheinlich hat ihm außer uns auch noch niemand so viele Löcher in den Bauch gefragt. Aber es war alles so mysteriös und wir so neugierig und unwissend, sodass wir die Chance genutzt haben alle Fragen loszuwerden. (Er hat auch echt super gut erklärt!)

Nach ca. einer Woche fing dann das Völlegefühl an, verbunden damit, dass wir auch irgendwie verkleinerte Magenkapazitäten hatten. Hinzu kamen bei der einen überempfindliche Brustwarzen und bei der anderen steinharte Brüste, die unerträglich schmerzten.

Ab ca. drei Tagen vor der Punktion waren wir hyper-emotional und ständig auf einer Achterbahn der Gefühle – meistens zum Glück Gefühlshochs. 🙂

Nach der Decapeptyl-Spritze, also den Tag vor der Punktion, waren wir jede extrem launisch und sehr stressanfällig, was sich nach dem Eingriff schlagartig auflöste. Es fühlt sich jetzt, ein bzw. zwei Tage nach der Punktion fast wie ein Emotionsentzug an. 😉

Die Sonntagspatientin hatte kurz vor der OP bis jetzt, zwei Tage danach, ein leichtes menstruationsähnliches Ziepen im Unterleib. Die Montagspatientin dagegen hatte stärkere Schmerzen, vergleichbar mit dem „Murmeln-im-Bauch“-Gefühl von vorher, nur dass es die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff weniger erträglich war.

Alles in allem hatten wir echt Glück, wenn wir mit anderen Berichten vergleichen. Wirklich wiederholen wollen wir das Ganze nach Möglichkeit aber nicht, da es – vor allem emotional – doch sehr schlaucht. Unser Respekt vor denjenigen, die es über Jahre durchhalten an ihrem Traum festzuhalten und sehr viele IVF-Zyklen durchstehen, ist nach der Erfahrung von sehr hoch ins Unermessliche gestiegen! Wir drücken euch allen ganz fest die Daumen, dass ihr bald euer Wunschkind in die Arme schließen könnt!

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