Erfolgreiche Punktionen

Wir hatten nun doch das Glück, an zwei aufeinander folgenden Tagen die Eizellenentnahmetermine zu haben.

Dafür mussten wir exakt 36 Stunden vorher, also zwei Abende vor der OP, Decapeptyl und Cetrotide spritzen. Am Abend vor dem Eingriff mussten wir

uns je einen kleinen (140 ml) Einlauf verpassen, was bei der „Befüllten“ zuerst zu leichten Schmerzen aber anschließend zu einem angenehm entleerten Darm führte.

Ab Mitternacht durften wir dann bis nach dem Eingriff nichts mehr zu uns nehmen, was aber dank der morgendlichen Termine keine Probleme darstellte.

Stress bis zur Zerreißprobe

Die Erste von uns beiden durfte Sonntags morgens ran (ja, die Biologie nimmt keine Rücksicht auf Wochenendwünsche des Personals). Wegen eines Missverständnisses waren wir eine halbe Stunde zu früh an die Klinik bestellt worden, sodass wir vor verschlossenen Türen standen und sich nach zehn Minuten Wartezeit erste „Sie-haben-uns-doch-nicht-vergessen?!“-Gedanken einschlichen. Als endlich eine Dame erschien, hatten wir zu allem Übel keine gemeinsame Sprache mit ihr, sodass sich die Ungewissheit erst lange 40 Minuten nach unserem „Termin“ durch das Eintreffen der diensthabenden Patientenassistentin auflöste. Bis dorthin war die Begleiterin von uns beiden, deren Termin am Montag folgte, durch die enorme Hormonmenge in ihrem Blut ständig zwischen Weinen und großer Aggression. (Sie hat niemandem etwas zu Leide getan! 😉 )

In Begleitung der Patientenassistentin ging es dann für den Eingriff in das benachbarte Gebäude einer Privatklinik, mit denen für die Räumlichkeiten und die optimalere, sicherere und routiniertere Narkosebetreuung eine Kooperation besteht.

Leider hatten wir an dem Sonntag Kommunikationsprobleme. Wahrscheinlich mitbedingt durch unsere Gemütszustände und die Angst, dass etwas mit den Eizellen nicht klappen könnte. Dadurch war die Trennung in Behandelte und Wartende eine emotionale Zerreißprobe, die vor allem die Wartende über ihre Grenzen brachte; sodass sie etwas Stress durch Runden laufen abbauen musste, bis ENDLICH ihr Lieblingsmensch wieder aus dem OP kam. Besagte versetzte dann auch gleich alle mehrmals in große Verwunderung: erstens lief sie nach 1,5 Stunden wieder putzmunter herum und zweitens wurden ihr sagenhafte 17 (!) Eizellen entnommen. Zitat unseres Arztes, den wir danach noch zur Besprechung trafen: „I don’t know where they came from.“ Bei den vorherigen Ultraschallkontrollen hatten sich offensichtlich einige Follikel etwas geniert. 😉

Von der Entnahme gingen die Eizellen übrigens direkt in die kompetenten Hände der Biologen* über, die nun herausfinden würden, wie viele der 17 Eizellen ‚reif‘ sind, sie befruchten und uns dann am Folgetag mitteilen, wie viele der entnommenen Eizellen sich befruchten ließen. Wie viele davon dann in fünf Tagen überlebensfähige Embryonen sind, bleibt noch spannend abzuwarten.

Punktion mit mehr Entspannung

Die zweite Punktion am Montag verlief völlig entspannt und nach Plan sowie auf Deutsch und Englisch und damit wirklich sehr viel einfacher.

Das OP-Personal war in beiden Fällen sehr, sehr einfühlsam und fürsorglich. Nur die Wartende musste diesmal sehr viel länger auf das Aufwachen warten, und musste währenddessen mit ihren Sorgen um die Schlafende zurechtkommen. Es verlief aber alles wie ein Wunder, denn es konnten sagenhafte 20 (!) Eizellen entnommen werden. Und das bei derjenigen, deren Ultraschallbilder vorher stets weniger Follikel „offenbarte“. Das gesamte Ärzteteam: „Nobody expected this.“ – Solche Überraschungen sind super. 🙂

Ergebnisse und Nach-OP-Befinden

Von den sonntäglichen 17 Eizellen waren 14 reif, die sich, wie durch ein Wunder, allesamt befruchten ließen. Das ist statistisch nicht normal, aber ‚normal‘ scheint in unserem Fall anscheinend auch deutlich über dem Durchschnitt zu liegen.

Von den montäglichen 20 Eizellen waren 17 reif und 15 ließen sich befruchten.

Die Sonntagspatientin war sehr fit und völlig schmerzfrei nach dem Eingriff. Lediglich das „Bauch-voll“-Gefühl und ein ganz leichtes Ziepen im Unterleib, die auch die Tage vorher so schon bestanden, waren weiter präsent.

Die Montagspatientin hat sich von der Narkose gut erholt, hatte allerdings stärkere aber auszuhaltende Unterleibsschmerzen. Das ist normal, da schließlich mit einer Nadel die Vagina und die Eierstöcke „durchbohrt“ werden.

Wie finden die eigentlich die Eier?

Bei den bisherigen Untersuchungen hatten wir gelernt, dass die mikroskopisch winzigen Eizellen von einem großen (20-30 mm) Follikel umgeben sind und wir sie deshalb beim Ultraschall nicht sehen können.

Nun entnimmt der Arzt* bei der Punktion mit Ultraschall und Nadel die Eizellen, sodass wir natürlich neugierig nachgefragt haben, wie das denn funktioniert. Und die verblüffende und simple Antwort ist: die Ärztin* sieht nichts von den Eizellen, weshalb der korrekte Einnahmezeitpunkt des Decapeptyls (sorgt dafür, dass sich die Eizellen von den Follikelwänden lösen und frei darin herumschwimmen) von großer Wichtigkeit ist. Sie* ‚saugt‘ nun den Inhalt der Follikel durch die Nadel ab, und die begleitende Biologin* überprüft dann, ob und wie viele Eizellen gewonnen werden.

Advertisements

4 Gedanken zu “Erfolgreiche Punktionen

  1. Herzlichen Glückwunsch! Das klingt ja toll und vor allem total erfolgreich. Schön, dass ihr die Behandlung relativ gut überstanden habt und sich die Strapazen definitiv gelohnt haben. Wir drücken euch die Daumen, dass sich ganz viele überlebensfähige Embryonen entwickeln 🙂

    Gefällt mir

Wenn du einen Kommentar schreibst, erklärst du dich einverstanden mit: https://mamamamakind.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.