Untersuchungen en masse

Seit unserem ersten Skype-Telefonat mit der Klinik (Institut Marques) Anfang Januar bekamen wir regelmäßige Untersuchungsaufträge, die mit unseren hiesigen Haus- und Frauenärzten* zu erledigen waren. Selbstverständlich hätten wir für all diese Untersuchungen auch nach Spanien fliegen können, aber der Kosten- und Zeitaufwand wäre deutlich höher gewesen.

Unsere Erfahrungen mit den deutschen Ärzten*

Rein rechtlich haben wir als verpartnertes Paar keinen Anspruch auf Unterstützung der Krankenkasse bzw. Ärzte* beim Thema Fortpflanzung. Erst beim „Vorliegen“ einer Schwangerschaft hat die entsprechende Partnerin wieder Behandlungsrecht.

Entsprechend groß war unsere Nervosität beim ersten Gang zur Frauenärztin, weil diese uns schließlich einen großen Strich durch die Rechnung machen könnte. (Diese Abhängigkeit vom Wohlwollen der Mehrheit empfinden wir übrigens als ein großes Manko und Beweis dafür, dass Diskriminierung leider noch lange nicht Geschichte ist.) Die Frauenärztin hat allerdings mehr als großartig reagiert. Ich zitiere:

„Wissen Sie, das ‚System‘ [der Krankenkassenrichtlinien] diskriminiert zu viele Menschen in ihrem Kinderwunsch. Deshalb bin ich Ihnen dankbar, dass Sie mir von Ihrem Wunsch erzählt haben. Aber wir machen das jetzt folgendermaßen: Ich bin ja schon etwas älter, und deswegen auch vergesslich… Ich habe deshalb bei Ihnen nur ‚Kinderwunsch‘ gehört. Und warum sollte ich Sie dann nach Ihrem Familienstand fragen?! [ironischer Unterton] Die Normansicht des Systems ist doch schließlich, dass ausschließlich heterosexuell-Verheiratete mit einem Kinderwunsch zu mir in die Praxis kommen. Ich gehe also davon aus, dass diese Norm auch auf Sie zutreffen muss ;-)“

Das war eine echt positive Überraschung, die ich jeder wünsche!

Ebenso gut ging es bei der Hausärztin weiter, die mit Ihrem gesamten Praxisteam schon gespannt einer möglichen Schwangerschaft entgegenfiebert. Hier konnten nicht alle Untersuchungen bei der Kasse abgerechnet werden, weil einiges einfach nicht ohne Angabe eines Grundes zu regeln war. Dennoch wurden wir nur mit der geringstmöglichen Anzahl von Untersuchungen privat belastet. Bei vielen Untersuchungen hat sich das gesamte Praxisteam auf die Suche nach Codes gemacht, die für die Krankenkassenabrechnung plausiblerweise eingegeben werden könnten.

Wir sind unendlich dankbar für diesen Beweis der Menschlichkeit! Es erleichtert den Umgang mit dem Ausschluss aus der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland zumindest auf emotionaler Ebene.

Arzt*wechsel

Wir haben aktuell zwei Frauenärztinnen, die uns auf ihre je individuelle Art auf unserem Weg zum Wunschkind unterstützen, sowie oben genanntes Hausarzt*team im Rücken.

Dennoch war eine von uns vorher bei einer dritten Frauenärztin, die nicht ganz so entspannt und vorallem nicht so positiv-unterstützend mit unserem Kinderwunsch umgegangen ist. Deshalb haben wir diese Praxis verlassen und (erfolgreich) nach einer neuen gesucht.

Wir können deshalb jeder nur wärmstens empfehlen, sich mehrere Ärzte* anzusehen!

Emotionale Unterstützung

In unseren Augen ist es sehr wichtig, dass wir mit positiven Gefühlen zu ärztlichen Behandlungen gehen und uns von positiv-unterstützenden Menschen auf unserem Weg zum Wunschkind begleiten und behandeln lassen. Schließlich ist durch die aktuelle psychologische Forschung hinlänglich bekannt, dass Geist und Gesundheit Hand in Hand gehen. Und wir sind ganz fest davon überzeugt, dass alles gut gehen wird, wenn wir fest daran glauben und positiv und mit Humor an die Sache heran gehen.

Wir gehen finanziell viele Kompromisse ein und sparen uns im wahrsten Sinne des Wortes unsere Chance aufs Wunschkind vom Mund ab. Deshalb ist es umso wichtiger, keinerlei Kompromisse bei dem uns behandelnden Personal zu machen. Jede* hat ein Recht auf das Positive und auf aufgeregte Vorfreude!

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