Erste Schritte

Unser sehnlichster Wunsch ist es, „voneinander“ schwanger zu werden. Nun – mag der ein oder andere denken – da gibt es so eine klitze kleine biologische Hürde… Richtig, denn noch wurde nicht erfunden, wie eine Samen- in eine Eizelle, oder umgekehrt, verwandelt werden kann. Aber schwanger werden „voneinander“ geht trotzdem, denn die In-Vitro Fertilization (IVF) kann seit 1976 erfolgreich durchgeführt werden. Und da bei dieser Behandlung die Eizellen entnommen werden, können sie auch in eine beliebige Gebärmutter eingesetzt werden, zum Beispiel in die der Partnerin. Bekannt ist dieses Verfahren als Leihmutterschaft.

Wo das geht?

Auf diese Idee sind wir über die Website einer amerikanischen Klinik gestoßen. In Europa schien es uns lange unmöglich diesen Wunsch zu verwirklichen, bis wir auf Spanien stießen, dessen Fortpflanzungsgesetzgebung sehr viel liberaler ist als jene in Deutschland. Wir haben uns vertrauensvoll an das Institut Marques (http://www.institutmarques.de/) gewandt, dessen Website sehr viele Fragen vorab beantwortet.

Was war der nächste Schritt?

Die Möglichkeit, die sich durch das Institut Marques bot, ließ unsere Herzen vor Aufregung schneller schlagen. Wir schrieben unsere erste Email-Anfrage an das Institut und bekamen umgehend Antwort auf all unsere gestellten Fragen, sowie einen Kostenvoranschlag. Auf die erste Email folgte dann ein Skype-Interview, wo wir weitere Fragen loswerden konnten und das Institut ein wenig kennenlernen durften.

Was sind die Kosten?

Für einen Versuch des Embryonentransfers müssen ca. 10.000€ angesetzt werden. Bleiben dabei Embryonen übrig, können diese mit einem geringeren Kostenaufwand für einen zweiten Versuch eingesetzt werden. Wir haben für uns eine etwas teurere Variante gewählt, da wir gleich bei uns beiden Eizellen entnehmen und befruchten lassen möchten. Auf diese Weise erhoffen wir uns etwas mehr Flexibilität, wenn wir mit Wunschkind eine zweite Schwangerschaft anstreben. Die Eizellen sollen alle vom selben Spendersamen befruchtet werden und die nicht eingesetzten „eingefroren“ werden.

Andere Möglichkeiten?

Die Möglichkeit schwanger zu werden, die uns zuerst begegnet ist, ist diejenige der Insemination in Holland oder Dänemark. In beiden Ländern gibt es viele Kliniken, die mit eigenen Samenspendern oder denen aus der dänischen Cryos Samenbank, Inseminationen vornehmen. Eine Insemination ist nichts anderes als die Einführung von Samen ohne Penis. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden ist genauso hoch wie bei Heteros. Bei gesunden Frauen bis ca. 30 Jahren beträgt der Durchschnitt ca. 10%-Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Insemination. Hinzu kommt, dass es mit erheblichem Aufwand und Stress verbunden ist, ungefähr alle vier Wochen, nämlich genau dann, wenn Eisprung ist, spontan nach Holland oder Dänemark zu fahren. Je nach Wohnort ist dies eine enorme zeitliche und psychische Belastung. Zudem sind mit jedem Inseminationsversuch neue Kosten verbunden, sodass die Gesamtkosten schnell an jene in Spanien heranreichen.

Vor- und Nachteile

Durch die IVF erhöhen sich die Chancen, schwanger zu werden auf 75% pro Versuch. Das ist so signifikant viel höher, dass wir uns eine Reduktion des Stresses im Vergleich zur monatlichen Fahrt nach Holland / Dänemark erhoffen.

Ein weiterer ganz wichtiger Vorteil für uns werdende Mütter ist, dass wir BEIDE mit unserem Wunschkind biologisch verbunden sind. Die eine über die Gene, die andere über das Austragen. Daraus folgt für uns auch noch ein weiterer Gewinn, nämlich die stabilere emotionale Bindung an unser Wunschkind auch während des Stiefkindadoptionsprozesses, der genau in jene Zeit fällt, wo für junge Eltern alles sowieso schon neu und aufregend ist. Dieser Stiefkindadoptionsprozess macht aus einem Wunschkind ein Stiefkind, welches dann wieder zum Wunschkind werden muss. Diese Kette hoffen wir zu durchbrechen, indem beide Mamas über die gesamte Zeit der Ungewissheit bis zur Stiefkindadoption mit dem Kind auch wirklich verwandt sind, die eine genetisch, die andere auf dem Papier.

Eine Herausforderung verbunden mit der von uns gewählten IVF-Embryonentausch-Technik, wird es sein, unseren Kindern ihre Entstehungsgeschichte so zu erklären, dass sie sie selbstbewusst nach außen vertreten können.

Literatur- und Link-Empfehlungen

http://www.institutmarques.de/

http://de.storkklinik.dk/

http://www.regenbogenfamilien-nrw.de/planen/links/

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